Die Malerin Julie Wolfthorn wurde von den Nationalsozialisten als Jüdin verfolgt und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie 1944 starb. Das Westpreußisches Landesmuseum widmete ihr eine Sonderausstellung.

Wolfthorns Biografie erzählt jedoch mehr als die Geschichte eines NS-Opfers. Sie war eine selbstbewusste Künstlerin, die sich in einer männerdominierten Kunstwelt behauptete und sich aktiv für die Rechte von Frauen einsetzte. Zugleich ist es die Geschichte eines fragmentierten Œuvres: Viele ihrer Werke gelten als verschollen und können heute nicht mehr gezeigt werden.
Diese Leerstellen machten wir zum zentralen Gestaltungselement. Neben den erhaltenen Arbeiten markieren graue Flächen die verlorenen Kunstwerke – sichtbar, präsent und bewusst irritierend. So wird der Verlust selbst Teil der Erzählung. Die Ausstellung macht nicht nur Wolfthorns Werk erfahrbar, sondern thematisiert auch die gewaltsamen Brüche, die es bis heute unvollständig erscheinen lassen.
